Palmenanzucht

Dattelpalme-Phoenix dactylifera

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie zu Palmensamen kommen können. Die wahrscheinlich einfachste wird die sein, ihn bei Palmenzüchtern oder spezialisierten Betrieben zu erwerben. Leider gibt es nur wenige in Deutschland und Österreich ansässige 
Händler von Palmensamen, die auch im Internet vertreten sind und zudem Endverbraucher in kleinen Stückzahlen beliefern. Sofern Sie lediglich Samen von Phoenix-Palmen oder Washingtonias suchen, werden Sie oft auch im Fachhandel fündig. Dort werden zudem häufig Samenmischungen angeboten, die auch weitere Arten beinhalten. Nachteilig hierbei ist, daß man nie weiß, welche Arten darin enthalten sind. Cocosnüsse hingegen, d.h. die Samen der Cocospalme, sind natürlich sehr preisgünstig im Lebensmittelhandel erhältlich.

Man kann aber auch Samen aus Palmfrüchten selbst gewinnen, was zugleich auch die beste Möglichkeit ist, weil der Samen dann wirklich frisch ist. Am einfachsten ist dies mittels käuflicher Datteln, die zum Verzehr angeboten werden, zu bewerkstelligen, was Ihnen als Resultat echte Dattelpalmen (Phoenix dactylifera) bescheren wird. Auch im Urlaub werden Sie u.U. die Möglichkeit haben, Palmensamen zu ernten. Idealerweise sammeln Sie solche Früchte auf, die schon auf den Boden gefallen sind, denn die sind wirklich reif. Entnehmen Sie diesen Früchten möglichst bald den Samen, da insbesondere bei höheren Temperaturen die fleischige Hülle, die übrigens bei manchen Gattungen von einer Art Schale umgeben ist, recht schnell verfault, wenn man die Früchte in einer Plastiktüte o.ä. aufbewahrt. Sinnvoll ist zudem, den Samen unter kaltem oder lauwarmem Wasser zu waschen und anschließend zu trocknen. Sofern Sie sich nicht absolut sicher sind, die Art zweifelsfrei bestimmt zu haben, ist es ratsam, Fotos der ganzen Palme, eines Wedels in Großaufnahme und des etwaig vorhandenen Fruchtstandes anzufertigen. Damit ist dann ggf. zu einem späteren Zeitpunkt eine Bestimmung möglich. Es sei nicht verschwiegen, daß es natürlich besser ist, wenn man die kompletten Früchte in der frischen Luft trocknen lassen kann. Solche Samen sind nämlich länger haltbar als solche ohne Schale. Im naturgemäß viel zu kurzen Urlaub gelingt das jedoch in den seltensten Fällen.

Die Aussaat zu Hause sollte recht schnell nach Erwerb bzw. nach der Selbstgewinnung des Samens erfolgen. Denn Palmensamen bestimmter Arten verlieren mitunter ihre Keimfähigkeit innerhalb weniger Monate. Auf der anderen Seite habe ich die Erfahrung gemacht, daß wieder andere Samen auch nach mehreren Jahren noch zuverlässig keimen. Leider hängt die Haltbarkeit von so vielen Faktoren ab, daß allgemeingültige Aussagen in der Form "Samen XY ist Z Jahre lagerfähig" nicht möglich sind.

 


Anbaugebiete der Dattelpalmen:

Die Hauptanbaugebiete sind heute der Irak und Saudi Arabien. Die Heimat der Dattelpalme liegt zwischen den Kanarischen Inseln (Nordafrika) und den Philippinen (Asien). Sie besiedeln trockene Gebiete, in denen aber reichlich Grundwasser vorhanden ist.

 

Dattelpalme - Phoenix dactylifera

 

Wuchs:

Es handelt sich um eine Palme, die bis zu 30m hoch werden kann. Es existieren etwas weniger als 20 verschiedene Arten. Es gibt einzelstämmige oder buschig wachsende Arten. Sie besitzt eine lockere Krone, die aus etwa 30 Blättern besteht. Die gefiederten Blätter haben eine ausgeprägte Mittelrippe, sind grün gefärbt und bleiben einige Jahre an der Pflanze. Dattelpalmen sind zweihäusig und bilden kleine weißliche Blüten, die auf langen Stielen sitzen. Es können bis zu 10 000 weibliche Blüten produziert werden. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.
 

 

Dattelpalme - Phoenix dactylifera

Oben unreife, unten fast reife Früchte.
Dattelpalme - Phoenix dactylifera

Dattelpalmen (Türkei)

Standort:

Sommer Volle Sonne, hell und heiß so lieben es die Dattelpalmen. Im Sommer werden sie auch gerne ins Freie gestellt. Man kann sie aber auch im Zimmer behalten.
Winter Im Winter soll es hell sein und 15°C nicht unterschritten werden. Lufttrockenheit wird recht gut vertragen.

 

Dattelpalme - Phoenix dactylifera

Charakteristischer Stamm einer Palme, deutlich sichtbar die abgeschnittenen Blätter
Dattelpalme - Phoenix dactylifera

Datteln während des Heranreifens

Anzucht / Vermehrung:

Dattelpalmen werden aus Samen gezogen. Die Stecklingsvermehrung kommt bei ihnen nicht in Frage. Sie haben eine etwas höhere Keimzeit als andere Pflanzen (ca. 1 bis 6 Monate). Datteln werden bei uns ganzjährig im Supermarkt oder diversen Märkten angeboten. Diese eignen sich zur Anzucht. Man holt einfach den Kern aus dem Fruchtfleisch, am besten indem man es isst. Man kann die Samen für 2 Tage in Wasser legen, bevor man sie 1 bis 2cm tief in die Erde drückt. Man stellt das Pflanzgefäß an einen hellen und warmen Ort. Die ersten Blätter sind nicht gefiedert, sondern haben mehrere Längsrillen. Später entwickeln sich dann die gefiederten Blätter. Der Kern wird beim Umtopfen unbedingt an der Pflanze belassen. Er wird nicht abgenommen, sondern verrottet mit der Zeit und fällt dann von selbst ab.


 

Dattelpalme - Phoenix dactylifera

Dattelpalme - Phoenix dactylifera

Zuerst bildet sich eine Wurzel aus dem Kern
Dattelpalme - Phoenix dactylifera

Dann schießt die Pflanze nach oben

Substrat:

Als anspruchslose Pflanze kann man die Dattelpalme einordnen. Humus mit etwas Sand vermischt sagt ihr zu. Möglich ist auch das Beimischen von bis zu 1/3 Lehm.

 

   

Gießen:

Achtung die Palmen benötigen trotz ihrer Liebe für hohe Temperaturen, viel Wasser. In ihrer natürlichen Umgebung haben sie ihre Wurzeln tief in den Grund gebohrt, um das Grundwasser zu erreichen. Bringen Sie das Gießwasser immer auf Zimmertemperatur. Nicht mit eiskaltem Wasser gießen.

 

   

Düngen:

Um sehr rasches Wachstum bei Palmen zu vermeiden, düngen Sie am besten nur einmal im Monat. Da die Dattelpalme nicht extrem empfindlich auf leicht erhöhten Salzgehalt im Erdreich reagiert, können Sie eventuell auch auf mineralischen Dünger zurückgreifen.

 

   

Fruchtbildung / Ernte:

Bei den Früchten handelt es sich um 3-6cm lange Beeren, die eine dunkelbraun-rötlich-gelbe Farbe annehmen. Die länglichen Kerne werden vom süßen Fruchtfleisch umschlossen. Bei uns ist leider nicht mit Früchten zu rechnen. Selbst in Südspanien wird bei Dattelpalmen kaum Ertrag erzielt.

 

Dattelpalme - Phoenix dactylifera

Eine ausgewachsene Dattelpalme bringt viele Kilogramm Ertrag.
 

Fruchtnutzung:

Das Fruchtfleisch verwendet man für den frischen Verzehr und die Herstellung von Süßspeisen, Brot, Saft, Sirup, Essig, Alkohol und Eis. Zapft man die Palme an, erhält man den sogenannten Palmwein. Blattanlagen werden als Palmherzen gegessen. Die Stämme dienen als Baumaterial.

 

   

Gefahrenhinweis:

Verletzungsgefahr kann durch die recht spitzen Blattenden gegeben sein. Besonders mit den Augen ist Vorsicht geboten.

 

   

Gattungsinfo:

Die Gattung Phoenix umfasst eine Vielzahl von Vertretern. Einge der bekanntesten sind hier aufgeführt.
 
Phoenix canariensis
Kanarische Dattelpalme: Sie ist wohl die beliebteste der Dattelpalmen. Als Jungpflanze ist sie fast stammlos.
Phoenix dactylifera
Echte Dattelpalme: Sie hat härtere Blätter als die Kanarische und die Blätter erscheinen in einem graugrün.
Phoenix roebelenii
Zwergdattelpalme: Sie ist auch relativ beliebt, da sie klein bleibt. Die Blätter sind auch weicher als bei der Echten-Dattelpalme. Sie ist jedoch relativ anspruchsvoll bezüglich Wärme und Luftfeuchtigkeit.
Phoenix theophrasti
Kretische Dattelpalme: Ihr Wuchs ist kleiner als jener der echten Dattelpalme, sie ist jedoch die robusteste alle Vertreter der Gattung Phoenix und soll Frost bis -10°C überstehen können. Die Früchte sind essbar jedoch nicht so hochwertig wie die Früchte der echten Dattelpalme.

Quelle: Tropenland
 
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