
Anlässlich der Präsentation der DVD zu seinem letzten Film „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“, sprach Otto Waalkes mit Filmnews.at über 30 Jahre Ruhm und die Sucht nach beruflicher Bestätigung.
Filmnews.at: Herr Waalkes, sie befinden sich gerade auf einer Werbetour für ihre DVD zu „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“, die von Deutschland über Österreich bis in die Schweiz führt. Gestresst?
Otto Waalkes: Na ja, etwas. Ich komm gerade aus Salzburg und da war ordentlich was los. Ein Menschenauflauf, ein Wahnsinn und ich muss sagen, ich genieße es wirklich. Das ist aber wahrscheinlich auch das Resultat der vielen Kinderbezogenen Sachen die ich in letzter Zeit gemacht habe, wie „Ice Age“. Deshalb kommen unglaublich viele Kinder zu solchen Terminen.
Es gibt ja ein Museum in Emden, das Ottifantenmuseum „Otto Huus“, und da gibt es dann sicher auch wieder sehr viele Besucher. Gerade nach Autogrammstunden, da ist dann sicher der Teufel los.

Otto Waalkes: Na dann würde ich sicher nicht mit der Mütze hier sitzen und Termine absolvieren. Finanziell kann ich es mir ja leisten Pause zu machen aber man braucht diese berufliche Bestätigung immer wieder. Diese künstlerischen Hochs und Tiefs in der Arbeit, mal wirst du niedergemacht und dann bist du wieder ganz oben. Das brauche ich einfach.
Filmnews.at: Was ist nun aber so besonders an der DVD?
Otto Waalkes: Hier ist es das Bonusmaterial. Wir haben während der Dreharbeiten wirklich alles gefilmt. Die Drehpausen, die verpatzten Szenen, die Vorbereitungen, die Regieanweisungen und die lockeren Szenen … das ist alles drin. Ich muss es mir selbst mal anschauen, denn das Schöne daran ist ja, es ist nichts inszeniert.

Otto Waalkes: Wenn viele Comedians zusammen an einem Projekt arbeiten, glauben die Leute es gäbe ein Hauen und Stechen und sehr viel Konkurrenzkampf. Doch es war nicht so. Es waren ja alles unterschiedliche Talente, vom Wortkünstler hin zum Mimen. Deswegen inspiriert man sich gegenseitig und findet Sachen, auch in Drehpausen, die man in der nächsten Szene benutzen kann. Das hat gut funktioniert, muss ich sagen. Ich sehe mich da als Teil eines Konsortiums, was erleichternd ist, da man nicht mehr alleine die Verantwortung trägt.
Es trotzdem nicht leicht, denn zugleich ist es auch eine Herausforderung an der Seite vieler Kollegen zu arbeiten und eine gute Leistung zu bieten.

Otto Waalkes: Auf jeden Fall. Was wir vor allem durch den ersten Teil gelernt haben, war eine schlankere Erzählweise zu finden. Dadurch bleiben Fantasieräume offen, in denen jeder seine Ideen einbringen kann.
Filmnews.at: Sie bezeichnen sich gerne als Mainstream-Comedian. Ist es ihnen wichtig von allen geliebt zu werden?
Otto Waalkes: Ja, darauf stehe ich. Ein Komiker für die ganze Familie, das ist doch schön und ich finde, dass ist Mainstream im besten Sinne. Alle mögen mich nicht, das ist auch gar nicht möglich. Da hast du dann zum Beispiel den „stern“ der deinen Rücktritt fordert. Wo viel Liebe, da viel Hass.

Otto Waalkes: Treffen? Na ja, man lernt daraus und seitdem ich Filme mache, waren die Kritiken immer 50 zu 50. Damit muss man leben, mein erster „Otto“-Film wurde von der Kritik ja zerrissen. Davon habe ich aber gelernt die Kritiker nicht zu ernst zu nehmen. (lacht)
Nein, natürlich nehme ich sie ernst aber man soll mehr damit arbeiten und sich nicht einzig davon abhängig machen. Es ist wie in der Schule. Wenn der Lehrer nach der Deutschschularbeit zu dir kommt und meint: Arbeite am Ausdruck.
Diese Kritiker sind zum Teil ähnlich und haben auch einen verstaubten Humorbegriff, denn die verstehen Märchen als Kulturerbe über das man keine Witze machen darf: „Waalkes, lassen sie die Hände von ’Hänsel und Gretel’“.

Otto Waalkes: Natürlich, man macht sich Gedanken und eine Trilogie wäre interessant aber vielleicht sollte man sich technisch in eine andere Richtung orientieren. Vielleicht in 3D, wir haben da auch schon einige Dinge modelliert, wer weiß. Vielleicht als 3D-Film.
Quelle: Das Interview führte Patrick Dorner für www.filmnews.at
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