Legenden leben ewig, die EAV sogar noch länger. Beinahe 30 Jahre sind die Herren um Thomas Spitzer und Klaus Eberhartinger mittlerweile unterwegs, haben Unmengen Besetzungswechsel, kleinere Skandälchen und natürlich eine Unmenge an Hits hinter sich – siehe auch die Compilation "100 Jahre EAV ...ihr habt es so gewollt!" von 2005. Während Eberhartinger als Dancing Stars-Sieger und baldiger –Moderator wieder im Rampenlicht steht, rückt auch die Band nach, und präsentiert "Amore XL". Die überraschende Erkenntnis: man kann auch ernst sein, wenn es sein muss.

Das eröffnende "Amore" zum Beispiel überrascht mit der Feststellung, dass es keinen aufgesetzten Witz braucht, wenn es tatsächlich um Liebe geht. Ja, das ist die EAV. Aber schon "Agadla Gu Gu" bringt die lebenden Legenden zurück auf die humorvolle Spur. Traditionelle afrikanische Rhythmen – Spitzer und Eberhartinger leben seit Jahren und Kenia treffen auf das Problem des Protagonisten, bei der Ansicht nackten Fleisches einen anständigen Satz zu formulieren.

Geschickt gewählt ist die Single "Schippel schnipp". Mit 80s-Wavepop wirkt der Song nur oberflächlich seicht, denn in der Tat geht es um die Gefahren der Schönheitsoperationen. Aus einem Uhu wird halt doch kein Pfau. Kontrastprogramm ist "Dann & wann" – Glam Rock zum Thema Homosexualität. Oder „Panga Panga“, der Beschneidung von Frauen anspricht mit dem zarten Hinweis, dass auch Europa nicht frei ist von Unterdrückungs- und Demutsritualen ähnlicher Art.

Leichtere Unterhaltung wäre wohl "Bum Bum (Monika)". Die gute Dame geht in die Schweiz, bringt die Eidgenossen zum Schwitzen. Credo: "Wenn ganz Europa solche Ärsche hat, dann woll'n auch wir in die EU.". Hat sie, aber anders. Blöd ist allerdings, wenn die Großmutter nicht sterben will. "100 Jahre Oma" schielt aufs Erbe, nur will die Alte nicht abnippeln. Dazu passt auch „Mei herrlich“, das gegen Ende noch Schadenfreude thematisiert. Ist ein bisschen wie "Vicarious" vor Tool, nur nicht ganz so metallisch.

Der rote Faden von "Amore XL" ist aber nicht nur Liebe im weitesten Sinn, sondern auch die "Rinderlein" – Schüttelreime über Rinderschänder. Bitterböse. Diese gewohnt spritzige Ironie ist aber nur ein kleiner Teil des neuen EAV-Albums, das auch von seinen ernsten Momenten lebt. Fans der Wortwitzmafia könnten sich damit zwar schwer tun, aber es ist kein Fehler, sich mit dem auseinander zu setzen, was Spitzer, Eberhartinger und Konsorten zu sagen haben. Die werden auf ihre alten Tage noch ernst und nachdenklich? Holla...

Erscheint am: 12.10.2007
Erscheint über: Ariola (Sony BMG)

Kommentare



  • Luky14Luky14Die EAV ist leiwand26.10.2007 13:33
  • Ratzi_the_HomieRatzi_the_Homieseit waun intressierst di du fia EAV?20.10.2007 20:58
  • StadlaiscoolStadlaiscoolEAV IS BACK!!!!!!!!!!!!!!!!!16.03.2011 03:30
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