
Szene1:
Dein neues Album "laut-Los" präsentiert Klassiker und neue Songs im akustischen Gewand. Wie kam es zu dieser Idee?
Christina Stürmer:
Wir geben seit fünf Jahren Konzerte und haben eigentlich immer zwei bis drei Songs unplugged gespielt. Letztes Jahr haben wir begonnen, richtige Akustik-Shows zu spielen. Beim Publikum ist gute Stimmung aufgekommen, man steht in stärkerem Kontakt und die Musik rückt in den Mittelpunkt. Wir als Band müssen konzentrierter arbeiten, denn man hört jeden falschen Ton.
In punkto Umarrangierung der bekannten Songs gibt es große Überraschungen. Was war arbeitsintensiver, neue Songs zu schreiben oder alte Songs neu zu arrangieren?
Fünf neue Songs zu schreiben war weniger Arbeit als die alten Songs umzuarrangieren. Es war viel schwerer, die bekannten Nummern so abzuändern, dass komplett neue Songs entstehen. Durch Herumprobieren haben wir gemerkt, dass wir zum Beispiel Swing spielen können oder auch Country wie bei "Augenblick am Tag".
Wie ist der Auswahlprozess der bekannten Nummern für dieses Album generell abgelaufen?
Wir haben ca. 20 Songs aufgenommen. Aus diesem Pool haben wir unsere eigenen Favoriten und die des Publikums ausgewählt. Bei den bisherigen Akustik-Konzerten waren dies zum Beispiel "Augenblick am Tag" oder "Engel fliegen einsam". Bei manchen Nummern war bereits im Vorhinein klar, dass das ein Muss ist.
Werden die neuen Songs auch mit "Strom" zu hören sein?
Ich glaube, bei unseren zukünftigen Konzerten wird es immer einen Akustik-Teil geben. Da kann man dann Nummern wie "Träume leben ewig" als Akustik-Element belassen. Der EM-Song "Fieber" geht natürlich elektrisch, "Optimist" auf jeden Fall auch. "Orchester in mir" wird eine Ballade bleiben und vielleicht zur Klavier-Stimme-Nummer.
"Träume leben ewig" ist die erste Single. Was macht diesen Song optimal, um das Akustik-Projekt vorzustellen?
Das war eine Entscheidung von uns, dem Management und der Plattenfirma. Uns hat die Nummer in diesem Moment einfach am besten gefallen als Single.
Wie kann man sich den Videodreh vorstellen – liegend auf einem riesigen einfarbigen Feld mit Kreidestrichen?
Wir haben in einer Halle in Wien gedreht. Die Produktionsfirma hat ein bis zwei Tage vorher die Möbel mit Kreide aufgezeichnet. Wir sind eben den ganzen Tag am Boden gelegen. Es war ziemlich anstrengend, weil so ein Betonboden richtig ungemütlich und kalt ist.
In "Optimist" wirfst du die Frage auf, wie weit dein öffentliches Bild der Realität entspricht, während du dich gleichzeitig eben als Optimistin bezeichnest. Ist dieser Text als autobiographisch anzusehen?
Auf alle Fälle. Man taucht oft in den Zeitungen mit teils unwahren Geschichten auf. Gleich nach Starmania war ich magersüchtig, drogenabhängig, schwanger, hatte eine Affäre mit Xavier Naidoo etc. Ich habe in den letzten fünf Jahren gelernt über diesen Dingen zu stehen. Man hängt an verschiedenen Plakatwänden und die Leute glauben einen zu kennen. Wirklich in- und auswendig kennt mich aber niemand. Das ist bei jedem Menschen so.
Auch wenn du gerade dein Akustik-Projekt promotest, gibt es schon Pläne darüber hinaus für ein neues Studioalbum?
Nach der Tour kommt die EM, wo wir auf Fanmeilen spielen, dann folgen diverse Sommerfestivals in Österreich und Deutschland. Im Herbst gehen wir ins Studio, um am neuen Album zu arbeiten. Momentan sichten wir erste Demos, die wir ab September ausprobieren werden.
Bleiben wir noch kurz beim Thema EM: Wer wird Europameister und wo landet Österreich?
Das ist schwierig. Ich muss gestehen, ich bin kein großer Fußballfan. Deswegen kann ich auch keinen Tipp abgeben, weil ich nicht weiß, wer gut ist und wer nicht. Österreich muss sich selbst einmal auf die Schulter klopfen. Wenn man nicht dauernd sagen würde, dass Österreich schlecht ist, wären sie es auch nicht. Das nervt mich gewaltig. Ich hoffe einfach, dass sich das Euro-Fieber auf die Mannschaft überträgt und sie richtig weit kommen kann.
Und wo wir gerade bei Plänen sind: Du bist als eine von ganz wenigen österreichischen Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum erfolgreich. Könntest du dir vorstellen, deine Musik einem globaleren Publikum vorzustellen, sei es mit einem englischsprachigen Album oder per Song Contest?
Beim Song Contest werde ich nie mitmachen, das ist meine erste Regel. Da geht es nicht mehr um Musik, sondern um Politik. Ich bin nicht abgeneigt, über die Grenzen zu schauen. Ich glaube aber nicht, dass ich ein englischsprachiges Album aufnehmen werde. Man kann auch mit der deutschen Sprache erfolgreich sein, es ist allerdings schwieriger. Ein Eros Ramazzotti beispielsweise singt italienisch und ist in Österreich und Deutschland genauso angesehen und wird gerne gehört.

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- min1990kg
sie is schwul28.05.2008 15:09 - min1990kg
du bist schirch28.05.2008 15:09 - Andy1996
de is sau geil christina stürmer wuuuuuuuuuuuuuua03.05.2008 12:58
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