Jessica Schwarz

Interview mit Jessica Schwarz:

Jessica Schwarz spielt in der deutschen Komödie Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken die weibliche Hauptrolle der "Katrin".

"Ich bin eine leidenschaftliche Autofaherin und parke unglaublich gerne ein"


Frage:
Ist Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken ein Lehrfilm?

Jessica Schwarz:
Zumindest finden sich darin gewisse Ansätze eines klassischen Lehrfilms wieder: Wenn man vom Erzähler beispielsweise erklärt bekommt, was der Hypothalamus ist. Das ist einer der Momente, in denen psychologisch etwas passiert und in denen der Lehrgedanke in den Vordergrund tritt.
Ich habe bei der Arbeit an dem Film selbst viel gelernt – dass die Nase juckt, wenn man lügt, zum Beispiel.

Frage:
Wie lässt sich Ihre Figur Katrin kurz beschreiben?

Jessica Schwarz:
Katrin ist eine Frau, die fest im Berufsleben steht, die klar und deutlich zu sagen versteht, dass ihr die Karriere wichtig ist. Aber sie ist auch in der Lage, tief zu fühlen. Ihre Beziehung ist ebenso wichtig für sie, auch wenn sie manchmal darüber nicht so richtig sprechen kann.

Katrin liebt Jan, aber er ist noch ein Kindskopf, der gerade erwachsen wird und noch nicht so richtig weiß, was er will. Als sie Jonathan Armbruster kennenlernt, sagt sie sich darum: Bei dem hätte ich es doch eigentlich viel besser. Sie will in einer Beziehung reifen, und diese Perspektive bietet ihr Jan ihrer Meinung nach nicht.

Frage:
Was genau fasziniert Katrin denn an Armbruster?

Jessica Schwarz:
In erster Linie natürlich, dass er so ein welterfahrener Mann ist. Darum wird er von vielen Frauen leidenschaftlich verehrt. Er hat einen Eisbären mit einem Messer erlegt, er hat mit Krokodilen gekämpft, er hat die ganze Welt bereist. Aber dennoch ist er sensibel und ein bisschen esoterisch. Im Grunde hat Armbruster etwas Verwegenes. Er ist in ihren Augen eine Art Indiana Jones.

Frage:
Wie ist Leander Haußmann als Regisseur?

Jessica Schwarz:
Er ist einfach toll. Zum einen ist er ein großartiger Mensch. Dann hat er selbst lange und oft genug geschauspielert, dass er weiß, wann er uns Schauspielern helfen und wann er uns einfach laufen lassen muss. Und er legt sich immer hundertprozentig hinein in das, was er tut.

Egal, ob morgens um 10 oder nachts um vier Uhr: Wenn er sagt: „Hmmm ... da fehlt noch was“, dann macht er seine kleine mentale Schatulle auf und kommt mit einer neuen, wunderbaren Idee. Diese Schatulle hat uns viele Dinge beschert, und als Schauspieler wird man ständig davon beflügelt, weil man sich ebenso anstrengt wie Leander. Das ist, als würde man ständig Vollgas geben.

Frage: Wie war es, die katastrophalen Einpark-Versuche von Katrin zu drehen?

Jessica Schwarz:
Ich bin eine leidenschaftliche Autofahrerin und – glauben Sie’s oder nicht – ich parke unglaublich gern ein. Aber ich verfüge auch über ein gewisses Maß an Selbstironie, darum fand ich es sehr witzig, so tun zu müssen, als könne ich gar nicht Auto fahren.

Besonders, als wir diesen unglaublichen Stunt gedreht haben, bei dem Katrin in einer 180-Grad-Drehung über den Ku’damm schliddert. Aber letztlich bin ich doch sehr froh, zu den 34 Prozent jener Frauen zu gehören, die tatsächlich einparken können.

Frage:
Warum darf man Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken auf keinen Fall verpassen?

Jessica Schwarz:
Weil wir alle Männer und Frauen sind. Und dank dieses Films werden wir alles über das schwierige Verhältnis der Geschlechter verstehen und können sogar darüber lachen! Und vielleicht werden wir danach versuchen, unsere Beziehungen mit ein bisschen mehr Humor zu nehmen und ein bisschen ehrlicher da ranzugehen.


Quelle: Constantin Film © 1994 - 2007 Dirk Jasper
 
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