
Barbara Schöneberger - "Jetzt singt sie auch noch!"
War
die nicht in der Werbung, in den Medien oder so? Saß die nicht auf dem
Sofa rum, in einer Fernsehshow? Schrill und bunt, üppig und blond.
Aus: "Jetzt singt sie auch noch!")
Sie ist eine der wandlungsfähigsten und spontansten Persönlichkeiten
der deutschen Entertainment-Branche. Sie kann reden ohne Punkt und
Komma. Und jetzt singt sie auch noch! Der erste Gedanke, der nicht
Wenigen in den Sinn kam, als sie hörten, dass Barbara Schöneberger als
Sängerin auf Deutschland-Tour geht, ist zugleich der Titel eines
grandiosen Debüt-Albums. "Jetzt singt sie auch noch!" Mehr Selbstironie
geht nicht? Doch, denn bei Barbara Schöneberger geht immer ein bisschen
mehr.
Frank Ramond und Matthias Hass haben der 33-jährigen
Wahlhamburgerin eine Reihe frecher Songs auf den Leib geschrieben.
Darüber hinaus hat das derzeit meistgefragte deutsche Songwriter-Duo,
das u.a. bereits mir Roger Cicero und Annett Louisan arbeitete,
gemeinsam mit Barbara Schöneberger eine Reihe von passenden Klassikern
ausgesucht. Aufgenommen wurde im Sommer 2007 im Gaga Studio Hamburg und
in den Voxklang Studios in Bendestorf.
Das Ergebnis: ein
absoluter Höhepunkt unter den Veröffentlichungen dieses Jahres. Zu
hören sind 13 so geniale wie unterhaltsame Songs, interpretiert von
einer großen Entertainerin und dargeboten zu ebenso spannend wie
feinsinnig orchestrierten Arrangements in bester Revue-Jazz-Tradition.
Arrangeur Professor Wolf Kerschek errichtet in jedem Titel eine
grandiose musikalische Breitwandkulisse voller Reminiszenzen an die
unvergessenen Highlights der Popgeschichte. Die sich dabei ganz
automatisch einstellenden nostalgischen Effekte werden von den Musikern
mit großer Geste und einer Extraportion Ironie umspielt. Die nimmt
Barbara Schöneberger gerne auf, um sie auf kongeniale Weise gesanglich
auf den Punkt zu bringen. Sängerin und Orchester beeindrucken durchweg
mit brillantem technischem Können, echter Leidenschaft und dem
unbedingten Mut zur großen, zur glamourösen Unterhaltung.
"Jetzt
singt sie auch noch!" ist auch der Titel des ersten Tracks. Das Stück
zeigt sofort, wohin die Reise geht. Aus dem Understatement einer
zupackenden Kontrabassfigur, zu der nacheinander Schlagzeug und Gitarre
einen treibenden Shuffe-Rhythmus herausarbeiten, entwickelt sich rasch
ein von luftigen Streichern umwehtes komplexes Arrangement mit üppigen
Blech- und Holzbläsern, was dem Klangbild einen edlen und kraftvoll
orchestralen Charakter gibt. Und was das Schönste ist: Das Versprechen
dieses ersten Eindrucks wird gehalten und 13 Songs lang nicht
enttäuscht. Ganz gleich ob Jazz-Standard, Chanson, Popsong oder
Schlager - jeder Titel des Albums besticht durch hohes musikalisches
Niveau und grenzenlosen Spaß beim Hören. Im Titelstück nimmt Barbara
Schöneberger gekonnt sich selbst in ihrer Rolle als öffentliche Person
auf die Schippe, und der Hörer spürt sofort: Diese Frau hat einen
Heidenspaß am ironischen Spiel mit Identität und medialer Realität.
"Männer
muss man loben" ist ein Appell an alle klugen Frauen - denn die Klügere
gibt nach. Aber dieser Titel ist selbstverständlich auch eine
Empfehlung für das Album selbst, denn hierbei handelt es sich um die
Single-Auskopplung. Sozusagen als Amuse-Gueule bietet der Song einen
Vorgeschmack auf das gesamte musikalische Menü, auf erstklassige Musik
im Breitwandformat und humorvolle, intelligente Texte, mit denen
Barbara Schöneberger die Beziehung von Mann und Frau immer wieder frech
und dabei höchst charmant aufs Korn nimmt. "Männer fühlen sich
gemeinhin zu großen Aufgaben berufen, aber bei den kleinen Dingen des
Alltags hapert es meist ein bisschen", so die Entertainerin. "Mit
diesem Lied möchte ich die Männer dazu ermutigen, auch mal bei den
Kleinigkeiten des Lebens tätig zu werden."
"Sei mal verliebt",
die deutsche Fassung des Cole-Porter-Klassikers "Let's Do It, Let's
Fall In Love", wird von Barbara Schöneberger ins 21. Jahrhundert
transponiert. "Ich finde diesen Song einfach wundervoll, nicht zuletzt
weil Eartha Kitt, die ich sehr bewundere, ihn auch gesungen hat", so
Barbara Schöneberger. "Ich wollte diesen Titel unbedingt auf Deutsch
singen, und da es diese großartige übersetzung von Mischa Mleinek für
Hildegard Knef bereits gab, haben wir nicht lange gefackelt und 'Sei
mal verliebt' mit viel Freude aufgenommen."
"Nicht dass du
denkst" ist der Erlebnisbericht einer ganz bestimmten Vertreterin des
weiblichen Geschlechts. "Frauen wie diese sind nicht selten auf roten
Teppichen anzutreffen", erklärt Barbara Schöneberger. "Da rutscht schon
mal der Träger, und völlig absichtslos wird die Brust entblößt. Wenn
das den einen oder anderen männlichen Beobachter dann ein bisschen
scharf macht, dann gehen solche Frauen eben einfach mal mit." Sollte
sich die Dame geschworen haben, nicht gleich nach dem ersten Date ihren
hehren moralischen Prinzipien untreu zu werden, lässt sie
geschickterweise am gleichen Abend direkt nach dem ersten ein zweites
Date folgen - und schon ist alles möglich. Wenn frau nachher doch
glaubt, sich unter Wert verkauft zu haben, gibt's da immer ein paar
Tricks, um zumindest materiell auf ihre Kosten zu kommen.
"Fredy"
ist ebenfalls ein Song aus dem Repertoire der großen Eartha Kitt. "Ich
muss zugeben, dass mir dieses Stück zunächst eigentlich nicht so
besonders gefiel", so Eartha-Kitt-Fan Barbara Schöneberger, "aber je
öfter ich es gesungen habe, desto mehr änderte sich mein Urteil. Heute
gehört es zu meinen absoluten Lieblingstiteln." Im witzig-zickigen
Tango-Rhythmus entfaltet "Fredy" einen umwerfenden Charme mit viel
lateinamerikanischem Flair und einem erfrischend schrägen deutschen
Text aus den 50er Jahren.
"Ich glaub, 'ne Dame werd ich nie" ist
ebenfalls ein Titel, der schon zum Repertoire von Hildegard Knef
gehörte. "The Lady Is A Tramp", das Original dieses Evergreens aus dem
Rodgers & Hart-Musical "Babes In Arms" von 1937, avancierte vor
allem dank Frank Sinatra zu einem der bekanntesten Songs des 20.
Jahrhunderts. Der Interpretation von Barbara Schöneberger hört man das
Alter des Stücks nicht an. Bruchlos fügt sich die Nummer in das
Tracklisting des Albums ein.
Quelle: Universal Music Group



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